Sommerurlaub mit Hörgeräten

Bei Flugreisen

Für die Kontrollen am Flughafen müssen Sie Ihr Hörgerät nicht entfernen - üblicherweise wird auch im Metalldetektor kein Alarm ausgelöst, sollte dies dennoch geschehen, reicht ein kurzer Hinweis auf das Hörgerät. Einige Flughäfen und Bahnstationen nehmen Durchsagen über induktive Höranlagen, so dass Sie diese mit Ihrem Hörgerät besonders deutlich verstehen können.

 

Im Flugzeug können Sie Ihre Hörgeräte gewohnt einsetzen. Sollten Sie dies für den Druckausgleich als angenehmer empfinden (insbesondere bei idO-Hörgeräten), können Sie die Hörgeräte während des Sink- und Steigfluges kurz entfernen.

 

Systeme mit Funkverbindung müssen während des Fluges in den Flugmodus versetzt werden. Für alle anderen Geräte empfiehlt sich die Nutzung einer Störgeräuschunterdrückung, zum einen um die Belastung durch den Umgebungslärm gering zu halten, andererseits um die Sicherheitsdurchsagen des Personals gut hören zu können.

 

Einige Hörgeräte verfügen weiterhin über ein Tinnitus-Programm, welches flugbedingten (und sonstigen) Tinnitus und andere Störgeräusche durch ein gleichmäßiges Hintergrundrauschen (white noise) abmildert.

Am Strand

Viele Hörgeräteträger bevorzugen es, diese mit anderen Wertgegenständen sicher im Hotel zu verwahren. Sollte dies aufgrund der weiteren Tagesplanung für Sie nicht in Frage kommen, so sind die Hörgeräte im Ohr besser aufgehoben als etwa in der Handtasche - enorme Hitze kann die Elektronik stören, getragen stieg die Temperatur der Geräte jedoch selbst bei 50° Umgebungstemperatur nicht über die übliche Körpertemperatur. Auch ein Sonnenhut kann die Geräte, wie auch Sie selbst, vor übermäßiger Sonneneinstrahlung schützen.

 

Der Ausgleich der Körpertemperatur, erfolgt im Sommer jedoch über Schwitzen. Schweiß ist für Hörgeräte als besonders aggresiv einzustufen - die Erscheinung der Oberfläche kann sich verändern und Feuchtigkeit in das Gerät kriechen, wo der salzige Schweiß auskristallisiert und zu Störungen führt. Bei besonders schweißtreibenden Aktivitäten sollten Sie Ihr Hörgerät herausnehmen oder mit einer Hülle schützen.

 

Zwar gibt es spezielle wasserdichte Geräte, die meisten sind jedoch lediglich spritzwassergeschützt. Ein vorsichtiges Planschen sollte noch ungefährlich für die Elektronik sein, kraulen oder eintauchen sollte jedoch vermieden werden. Selbst wasserdichte Geräte eignen sich nicht zum tauchen, da durch die Druckveränderung kein guter Sitz mehr gewährleistet werden kann.

 

Auch vor Sand sollten Sie Ihr Hörgerät schützen, mehr als Ihre herkömmlichen Renigungsartikel und Erstatzbatterien müssen Sie aber nicht mit in den Urlaub nehmen. Für besonders aktive Träger wäre ein Sportclip ratsam, die genaue Art Ihres Hörgerätes und des Zubehörs wird Ihnen jedoch bereits bei der Erstberatung anhand Ihres Profils empfohlen - etwa spezielle, hörgerät-geeignete Mobiltelefone oder Fernsehsysteme, welche sich aber auch im Urlaub nutzen lassen. Ihre Sonnenbrille können Sie normalerweise problemlos über den besonders kleinen Hörgeräten tragen, in einigen Fällen ist auch eine Verbindung möglich.

Beim Festival, bei Konzerten und Volksfesten

Auch bei lauter Musik mit Bässen, bei Mikrofonen, Boxen und anderer Elektronik brauchen Sie keine unangenehme Rückkopplung  befürchten - die entsteht ausschließlich bei schlecht angepassten Ohrstücken, schwerwiegenden Defekten oder zu stark eingestellter Verstärkung. Dank der verschiedenen Programme und der individuellen Einstellbarkeit moderner Hörgeräte, ist das laute Pfeifen im Ohr längst Vergangenheit. Auch Gesprächen mit mehreren Personen können Sie dank der aktuellen Hörgerätetechnik leichter folgen.

 

 


Lesen Sie in unserem nächsten Beitrag hilfreiche Tipps zum Hörschutz für Personen ohne Hörgeräte im Sommer und auf Reisen.